Tradition
Bei der Beschreibung des Vereins kann man auf die Festschrift anläßlich des 75 jährigen Bestehens im Jahr 1987 zurückgreifen. Die Anfänge des Fußballspiels im Ortsteil Liedolsheim gehen in das Jahr 1908 zurück, als die Jugendlichen des Dorfes auf der Fohlenweide sonntags noch barfuß Kontakt mit dem Ball bekamen. Im Mai 1912 wurde der Verein gegründet, nachdem bereits vorher Eduard Seitz, Wilhelm Roth und Julius Seitz sich um eine Art Ordnung im Spielbetrieb bemüht hatten.
Auch eine Ausrüstung in Form von Trikots, Stutzen und Kickschuhen war bereits vor der Vereinsgründung vorhanden.Als Vereinslokal wurde das Gasthaus “Zur Traube” gewählt, die Vereinsfarben waren schwarz – weiß.
1. Vorsitzender wurde Julius Seitz, Schriftführer Wilhelm Roth und Ballwart August Lacroix.
Schon bald kam durch den 1. Weltkrieg eine Zwangspause, und als 1916 auch die Vorstandschaft eingezogen wurde, verteilte man den Kassenbestand an die verbleibenden Mitglieder, da man an dem Fortbestand des Vereins zweifelte. Emil Göbelbecker, Adolf Hummel und Heinrich Seith, die in der englischen Kriegsgefangenschaft ebenfalls das Fußballspiel kennengelernt hatten, traten dem Verein bei, und die Arbeit konnte erneut beginnen.
Unter dem 1. Vorsitzenden August Lacroix gelang es schließlich, einen Fußballplatz von der Gemeinde zu bekommen.
Dieser lag im Gewann “Bruch” und war aufgrund seiner Bodenbeschaffenheit nur bedingt bespielfähig. Ein 1929 gegründeter, zweiter Fußballverein – F. C. Liedolsheim – fusionierte 1933 mit dem älteren Fußballverein 1912, und am 28. März 1933 übernahm Albert Zimmermann die Führung des Vereins. In diese Zeit fällt auch die Erstellung des Spielfeldes. Mit dem 2. Weltkrieg kam es zu zur erneuten Zäsur in der Arbeit des Vereins.
Nachdem viele Spieler in diesem Krieg ihr Leben gelassen hatten, war der Neubeginn 1945 schwer. Am 3. November 1945 kam es im Gasthaus “Zum Ochsen” zur Neubelebung: 1. Vorsitzender war Adolf Hummel, Schriftführer Fritz Oberacker und Kassier Willi Schwörer.
Gleichzeitig entstand eine Frauen-Handball-Abteilung, die aber wegen Nachwuchsproblemen nach Ablauf des Spieljahrs 1950/51 wieder aufgelöst werden mußte.
Die Aufgabenstellungen jener Zeit waren eine Herausforderung: In einer Lumpensammelaktion beschaffte man sich das notwendige Material, um einen Bezugsschein für neue Trikots zu bekommen, der erste Fußball konnte anläßlich einer Kartoffelsammelaktion organisiert werden, und Tabak und Lebensmittel wurden als Tauschobjekte für Fußballschuhe eingesetzt. Im Frühjahr 1946 begann der Verein mit dem Ausbau des Spielfeldes, welches so uneben war, dass man Schlacken vom Bahnhof Linkenheim mit Pferdewagen und einem Stierfuhrwerk nach Liedolsheim transportierte und diese dort einbrachte. 1947 wurde Heinrich Roth zum Schriftführer, später zum Geschäftsführer und schließlich zum 1. Vorsitzenden gewählt. Nahezu 30 Jahre lang war er Planer und Bauleiter, sowohl bei den beiden Spielfeldneubauten als auch bei der Erstellung des Clubhauses und in der Folge aller An- und Ausbaumaßnahmen.
1950/51 war der Verein schließlich in die A- Klasse aufgestiegen, wobei dieser Erfolg hauptsächlich dem 1951 zum Ehrenmitglied ernannten Trainer Georg Butscher zu verdanken war. Unter der Führung von Gustav Seith und Geschäftsführer H. Roth war es erklärtes Ziel des Vereins, ein Clubhaus zu errichten.
Nach der Grundsteinlegung 1953 wurde dieses in ehrenamtlicher Arbeit erbaut und konnte am 3. August 1953 eingeweiht werden.
A-Klassenmeister 1955/56 – Aufstieg in die II. AmateurligaUnter ihrem Trainer Helmut Mitschele gelang es im Spieljahr 1955/56 zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins, in die 2. Amateurliga aufzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt war die Mitgliederzahl bereits so sehr gestiegen, dass das Clubhaus erweitert werden mußte. Trotz des Abstiegs in die A-Klasse war man erfolgreich und schoß in der Verbandsrunde 1960/61, 115 Tore. Nach erfolgreicher Renovierung des Spielfeldes konnte dieses an Pfingsten 1961 eingeweiht werden.
Unter großen Anstrengungen – auch der politischen Gemeinde – wurde bis Oktober 1961 ein zweites Spielfeld gebaut. 1962 konnte man das 50jährige Bestehen mit einem Festbankett feiern. Das Anwachsen der bereits 1925 gegründeten Jugendabteilung machte einen weiteren Ausbau des Clubhauses notwendig.
Bereits 1970 wurde erneut an- bzw. umgebaut.
Zwischenzeitlich war innerhalb des Vereins eine neue Abteilung – die Schwimm- und Gymnastikgruppe gegründet worden, die aber wegen Personalmangel wieder aufgelöst wurde. Durch die Erstellung einer Kegelbahn unter dem Vorsitzenden Horst Scheuermann konnte eine Sportkegelabteilung ins Leben gerufen werden, die in der Folge in Bezirks-, Badischen- und Deutschen Meisterschaften erfolgreich ist. Da die vereinseigene zweibahnige Anlage den Anforderungen der Sportkegler nicht mehr genügte, machte sich die bisherige Sportkeglerabteilung selbstständig und ist dem FVL nicht mehr angeschlossen. Mit Stefan Winger gelang es dem Verein, 1982/83 in die Bezirksliga aufzusteigen, 1987 wurde der Aufstieg in die Landesliga unter dem Trainingsleiter Siegfried Kammerer erreicht. In der darauffolgenden Saison 1987/88 schaffte es die 1. Mannschaft unter Trainer Albert Süß, den vierten Platz in der Landesliga Mittelbaden zu erreichen.
Unter Trainer Siegfried Kammerer errang man 1989/90 schließlich den größten Erfolg der Vereinsgeschichte: den Aufstieg in die Verbandsliga Nordbaden. Die zweite Mannschaft stieg im gleichen Jahr in die Kreisliga A auf.
Trotz guter Rückrunde und immerhin 22 Punkten konnte der Abstieg aus der zweithöchsten Amateurklasse im darauffolgenden Jahr allerdings nicht verhindert werden.
Meister in der Landesliga Mittelbaden 1989/90
Nach der Winterpause der Saison 1991/92 konnte auch der Interimstrainer Klaus Hyll einen weiteren Abstieg nicht verhindern. In den weiteren Jahren erzielte die 1. Mannschaft mit den Trainern Dieter Pflaum und Werner Baader jeweils Mittelplätze in der Bezirksliga.
Durch die Abwanderung zahlreicher talentierter Spieler konnte nach dem Spieljahr 1996/97 die Bezirksliga nicht mehr gehalten werden. Unter der Führung des 1. Vorsitzenden Klaus Hyll und Trainer Herbert Klettenheimer versucht der Verein derzeit mit durchweg jungen Spielern einen Neuaufbau in der 1. und 2. Mannschaft. Im Jahr 1998 waren beim Fußballverein Liedolsheim 1912 e. V. etwa 200 Spieler in 12 Jugend-, Senioren- und Freizeitmannschaften aktiv.
In der Verbandsrunde 2000/2001 wurde die lang ersehnte Meisterschaft unter Trainer Herbert Klettenheimer errungen und das ausschließlich mit eigenen Spielern.
Seit der Verbandsrunde 2006/07 haben wir einen neuen Trainer:
Heiko Deck aus Mörsch
Er wird versuchen weiterhin mit überwiegend eigenen Spieler die eingleisige Kreisliga in der Spielzeit 2008/09 zu erreichen.
Leider konnten wir unter Heiko Deck die eingleisige Kreisliga nicht erreichen, da unser Spielerkader sehr klein war. Der FVL spielt damit in der Runde 2008/09 in der Kreisklasse 1. Unser neuer Trainer Karlheinz Bluck wird versuchen mit einer neuen Mannschaft aus meist eigenen Spielern, das Ziel Aufstieg zu erreichen.
Nach diesem tollen Erfolg ist unser “Herbert” ins zweite Glied zurück getreten und hat Carsten Adam die Regie übertragen.
Auch in der Bezirksliga spielen wir nur mit eigenen Spielern.



